Steuerungsprogramm

Das Steuerungsprogramm läuft auf einem PC unter Windows 7, 8 und 10.
Es kann ein grafischer Gleisplan eingegeben werden. Auf ihm lassen sich im Betrieb Weichen schalten, Fahrstraßen bilden und Züge steuern.
Das ganze Konzept orientiert sich nicht allzu stark am Mainstream. Soundfunktionen, Schattenbahnhofsteuerung oder Wendezugsteuerung spielen keine große Rolle. Das sind alles Begriffe aus dem Modellbahnbetrieb. Hier wird vorbildgetreuer Betrieb gemacht.
Besondere Aufmerksamkeit wird dem An- und Abkuppeln gewidmet. Eine manuelle Entkupplung wird schon vor dem Entkupplungsvorgang aktiviert und findet dann automatisch im richtigen Augenblick statt. So kommt der Bediener nicht unter Stress, die richtige Fahrzeugposition über dem Entkupplungsgleis zu finden.
Eine Doppeltraktion wird gebildet, indem eine Lok an die Andere heranfährt. Keine Zweitadresse, die bei beiden Loks gleich ist. Auch sehr unterschiedliche Loks können zusammen fahren.
Möglich wird dies alles durch die millimetergenaue Darstellung jedes einzelnen Waggons in den Wagenstandsdialogen.
Einzigartig ist auch der Mechanimus zur Weichenrückmeldung ohne jegliche Zusatzhardware an den Magnetartikeldecodern.
Hier wird eine eingeschränkte Version ohne Fahrpläne und ohne Unterstützung fremder Digitalzentralen vorgestellt, die kostenlos und zeitlich unbegrenzt genutzt werden kann.
Profis können die Schnittstellenbeschreibung zum Entwickeln eigener Software verwenden.

Einführung

Nach dem Download des Steuerungsprogramms kann die Demoanlage als Simulation ausprobiert werden.

Demoanlage ausprobieren
Rückmelder und Freimeldeabschnitt
Fahrstraße bilden
  Zugstraße
  Rangierstraße
Zugfahrt
  manueller Betrieb
  freier Betrieb
Kuppeln
  Ankuppeln
  Abkuppeln
Eigene Anlage eingeben
Gleisbild
  Regeln für die Gestaltung
Fahrzeuge

Demoanlage ausprobieren

Demoanlage

Im Hauptfenster ist das Gleisbild und ein Lokdialog zu sehen. Das Gleisbild ist ein Oval mit einer Ausweichstelle und einem Stumpfgleis.

Rückmelder und Freimeldeabschnitt

Die kleinen schwarzen Dreiecke über den Gleisen sind Gleiskontakte. Beim 3-Leiter-Gleis sind dies ca. 180 mm lange isolierte Schienen. Beim Überfahren werden sie über die leitenden Radsätze von der anderen Schiene auf Massepotential gezogen. Die angeschlossenen S88-Rückmelder liefern die Information an das Steuerungsprogramm.
Das Gleis zwischen 2 Gleiskontakten ist ein Freimeldeabschnitt. Je nach Zustand leuchtet ein Freimeldeabschnitt in den Farben grau (frei), rot (belegt) oder gelb (reserviert).

Fahrstraße bilden

Zunächst wird der Betrieb gestartet. Wenn keine reale Anlage zu dem Gleisbild existiert, muss die Schaltfläche (Simulation) angeklickt werden. In Fahrtrichtung direkt hinter einem Gleiskontakt kann ein Signal stehen. Von einem Signal bis zu einem anderen Signal oder einem Prellbock kann eine Fahrstraße gebildet werden. Dazu wird die Taste "F8" (Zugstraße) oder "F9"(Rangierstraße) niedergehalten. Nun wird nacheinander das Start- und das Zielsignal angeklickt und die Taste F8/F9 wieder losgelassen. Die Fahrstraße leuchtet jetzt gelb.
Übrigens: Diese Demoanlage enthält etliche Signale. Sie müssen aber nicht physikalisch aufgestellt werden.
Nebenbei bemerkt: Anders als bei der Deutschen Bahn zeigen alle Signale solange Hp0 bzw. Sh0, wie keine Fahrstraße gebildet wird.
Auf vielen Notebooks können Funktionstasten wie F8 oder F9 nur betätigt werden, wenn gleichzeitig die fn-Taste niedergehalten wird. Das geht bei uns nur, wenn man 3 Hände hat. Besser ist es, die Funktion der fn-Taste umzukehren. Hierzu ist es meist notwendig, die Bedienungsanleitung des Notebook-Herstellers zu studieren.
Zugstraße (F8)
  • Tempolimit 40 km/h, wenn Signal "Hp2" anzeigt.

  • Keine Einfahrt in belegten Freimeldeabschnitt.

Rangierstraße (F9)
  • Generelles Tempolimit 40 km/h.

  • Anfahr/Bremsverzögerung abgeschaltet.

  • Einfahrt in belegten Freimeldeabschnitt erlaubt.

Zugfahrt

Im Lokdialog kann durch Betätigung des Schiebereglers der Zug in Bewegung gesetzt werden.
Um das im Detail zu beobachten kann ein Wagenstandsdialog geöffnet werden. Dazu wird auf das "benannte" Gleiselement geklickt. Dies ist das Gleiselement, unter dem der Name des Gleises steht. Es hat einen Punkt.
Solange der Zug eine Fahrstraße vor sich hat (gelb), kann er nur in diese Richtung fahren. Wenn die Fahrstraße vom Zug abgefahren wurde, also nichts mehr gelb ist, kann er die Fahrtrichtung wechseln und z.B. innerhalb eines Freimeldeabschnitts hin- und herfahren.
Zum Wechseln der Fahrtrichtung im Lokdialog dienen die Pfeiltasten unterhalb des Fahrreglers. Auch im Gleisbild ist die Fahrtrichtung erkennbar: Vorne ist dort wo der Gleiskontakt rot ausgeleuchtet ist.
Steht mehr als eine Lok in einem Freimeldeabschnitt, kann immer nur Eine fahren. Ausnahme: Multitraktion. Beim Heranfahren und Kuppeln einer Lok an eine Andere bildet sich automatisch eine Multitraktion.
manueller Betrieb
Wenn im Lokdialog die Schaltfläche eingerastet ist, kann wie oben beschrieben eine Fahrstraße gebildet werden. Das Routing zwischen Start und Ziel erfolgt dabei automatisch.
freier Betrieb
Wenn im Lokdialog die Schaltfläche angeklickt wird, bildet sich für diesen Zug eine Rangierstraße automatisch beim Heranfahren an das Ende des Freimeldeabschnitts. Sie routet sich so, wie die Weichen vorher durch Anklicken gestellt wurden.

Kuppeln

Der Wagenstandsdialog ist zu öffnen. An- und Abkuppeln geht nur, wenn eine Lok die Waggons bewegt. Einfach Fahrzeuge von Hand verschieben ist im Betrieb nicht erlaubt. Wenn Fahrzeuge entnommen oder neu eingestellt werden sollen, ist der Betrieb zu stoppen. Im Hauptmenü nach Anklicken von "Bearbeiten-Fahrzeug_verschieben" können Fahrzeuge im Gleisbild verschoben/entfernt werden. Nach Anklicken von "Ansicht-Fahrzeugdialog" können Fahrzeuge gewählt und auf ein Gleis gesetzt werden.
Ankuppeln
Die Rangierabteilung wird einfach an den/die Waggon(s) herangefahren und gekuppelt. Wenn die Wegberechnung funktioniert, müsste sich der Vorgang im Wagenstandsdialog genauso wiederspiegeln. Im Prinzip kann man das auch "blind" machen, indem man nur auf den Wagenstandsdialog schaut.
Wenn bei diesem Vorgang zwei Loks verkuppelt werden, entsteht automatisch eine Mehrfachtraktion.
Leider sind die weit verbreiteten Bügelkupplungen nicht zuverlässig. Je genauer ihre Höhe justiert ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich die Bügel zweier Kupplungen aneinander aufbäumen und das Kuppeln verweigern. In diesem Fall kann kurz zurück- und wieder vorgefahren werden.
Abkuppeln
Hat die Lok eine Telexkupplung und soll sie sich vom Zug trennen, so ist die Schaltfläche anzuklicken.

Wird ein Entkupplungsgleis verwendet, muss der erste Waggon, der getrennt werden soll, im Wagenstandsdialog angeklickt werden. Dieser und die nachfolgenden Waggons leuchten jetzt hellrosa. Wird schließlich die Abteilung über das Entkupplungsgleis gezogen (rote Markierung am unteren Rand im Wagenstandsdialog), zieht der Entkuppler in dem Moment an, wo die vordere Kupplung des Waggons über den Entkuppler läuft.
Die Rangierabteilung kann auch über den Entkuppler gedrückt werden. Die Waggons sind dann vorentkuppelt.
Man kann auch schon auf einem anderen Gleis die Entkupplung vorwählen und die Rangierabteilung auf das Gleis drücken, wo die Entkupplung stattfinden soll. Das macht Sinn, wenn der Entkuppler am Anfang des Gleises liegt.

Eigene Anlage eingeben

Zur Eingabe einer eigenen Anlage wird im Hauptmenü "Datei-neu" geklickt. Die jetzt zu bearbeitende Projekt-Datei (.rz4) sollte später in einem dafür angelegten Verzeichnis unter "Dokumente" gespeichert werden.
Um die eigene Anlage in Betrieb zu nehmen ist auf jeden Fall eine Zentrale erforderlich.

Gleisbild

Zum Verlegen neuer Gleiselemente wird im Hauptmenü "Bearbeiten-Gleisplan_erweitern" geklickt. Am linken Rand des Hauptfensters erscheint die Symbolleiste für die Gleiselemente. Durch Anklicken wird ein Gleiselement gewählt. Zum Drehen wird auf geklickt. Zum Plazieren wird der Mauszeiger auf die gewünschte Position geschoben und geklickt. Je nach Gleissymbol erscheint jetzt ein Dialog. Dieser Dialog kann mit "Ok" geschlossen und später wieder aufgerufen werden, wenn man erst einmal das Gleisbild gestalten will.
Ist das Gleisbild fertig, können nach Klicken auf "Bearbeiten-Gleisdaten_ändern" die Dialoge der Gleiselemente geöffnet und die nötigen Daten ergänzt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt hier den Gleislängen. Sie sollten so in die Gleiselemente eingetragen werden, dass auch in Weichenstraßen für alle befahrbaren Möglichkeiten der Abstand zwischen je zwei Gleiskontakten korrekt ist.
Regeln für die Gestaltung
Das gesamte Gleisbild wird durch die Gleiskontakte in Freimeldeabschnitte aufgeteilt. Dabei entstehen 2 Arten von Untergleisbildern:
  • Blockabschnitte: Sie haben keine Weichen. Sie müssen ein Gleiselement mit Name haben (das Gleiselement mit einem Punkt in der Mitte).
    Auf ihnen fahren und stehen Züge. Sie haben zwei Enden. Eine Fahrstraße, die über sie führt sieht hier immer gleich aus. Von hier ausgehend kann eine Fahrstraße gebildet werden.

  • Weichenfelder: Sie bestehen aus Weichen. An jeder nutzbaren Einfahrt in das Weichenfeld muss ein Signal stehen.
    Über sie fahren Züge. Hier sollten keine Züge abgestellt werden, denn sie würden wahrscheinlich andere Züge blockieren. Sie haben mehr als zwei Enden. Eine Fahrstraße, die über sie führt kann verschiedene Wege nehmen. Mehrere Fahrstraßen gleichzeitig sind möglich, solange sie sich nicht kreuzen.

Blockabschnitt Ra3 belegt mit Zug, Fahrtrichtung nach rechts

Weichenfeld mit aktivierter Rangierstraße v.r.n.l.

Bemerkung: In einigen unglücklichen Fällen beim Rangieren kann es vorkommen, dass eine Rangierabteilung auf einem Weichenfeld eingesperrt wird. Der Betrieb muss dann gestoppt werden. Auf das zuletzt überfahrene Signal muss geklickt werden. Die nun sichtbaren Fahrzeuge können jetzt mit "Bearbeiten-Fahrzg.verschieb." entfernt werden. Das ist notwendig, da sonst die Datei unbrauchbar wird.

Fahrzeuge

In der Hauptsymbolleiste wird auf geklickt. Im nun geöffneten Fahrzeuge-Dialog wird auf "Lok. neu" bzw. "Wag. neu" geklickt.

Im Lokomotive-Dialog auf der Registerkarte "Decoder" muss auf jeden Fall die Adresse des Decoders eingegeben werden. Die Schaltfläche "programmieren" erlaubt das Programmieren des Decoders, sofern ein Booster am Programmier-Ausgang der Zentrale angeschlossen ist.
Auf der Registerkarte "Fahreigenschaften" erscheint das Fahrstufen-Geschwindigkeitsdiagramm. Die Krümmung und Steilheit der Kennlinie wied zunächst einmal grob eingestellt.
Wenn die Lokdaten fertig eingegeben sind, muss die Lok noch einem Gleis zugeordnet werden. Dazu wird im Fahrzeuge-Dialog auf "Aktiv" geklickt. Im Aktiv-Dialog kann das Gleis, die Ausrichtung der Lok und die Seite, von der die Lok eingestellt wird, angegeben werden.
Loks benötigen zum manuellen Betrieb einen Führerstandsdialog. Dazu wird im Fahrzeuge-Dialog "Führerstd." geklickt.
Nun kann durch Probefahrten die Krümmung und Steilheit der Kennlinie genauer ermittelt werden. Zur Beobachtung wird derjenige Wagenstandsdialog geöffnet, wo die Lok steht. Wenn die Lok im Wagenstandsdialog nicht genauso fährt wie das Original auf dem Gleis, sind die entsprechenden Einstellungen zu ändern.
Genauso kann mit der Anfahr/Bremsverzögerung verfahren werden.
Auch alle Waggons müssen eingegeben werden.

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