Weichenrückmeldung

Motivation

Bei einem computergesteuerten Betrieb ist die Rückmeldung der Weichenstellung sehr empfehlenswert. Wenn beim Bilden einer Fahrstraße eine Weiche nicht planmäßig umläuft, gibt es ohne Weichenrückmeldung zwei Möglichkeiten:
  • Der Fehler wird erkannt, wenn der Zug einen falschen Weg nimmt. Die Modellbahnsteuerung stoppt den Betrieb, da ein Gleiskontakt außerhalb einer Fahrstraße betätigt wurde. Der Zug steht jetzt auf einem falschen Gleis und muss zurückgebracht werden.
  • Es kann aber auch ein Unfall passieren, wenn das falsche Gleis anderweitig belegt ist. Dann stoppt die Modellbahnsteuerung den Betrieb erst nach einem Timeout, wenn die Züge nicht rechtzeitig über den nächsten Gleiskontakt gefahren sind oder wegen eines durch Entgleisung entstandenen Kurzschlusses.
Bei Verwendung einer Weichenrückmeldung wird verhindert, dass der Zug überhaupt erst losfährt. Erst nach erfolglosem Retry muss der Betrieb gestoppt werden.

Verschiedene Lösungen

OpenDCC: Hier wird eine Pegelmessung an jedem Weichen-Ausgang gemacht. Das Ergebnis wird dann z.B. über eine Ringleitung, die alle Decoder und die Zentrale einschließt, zur Zentrale geleitet. Dort kann ein Nothalt ausgelöst werden. Natürlich geht das nur bei Verwendung der OpenDCC-Decoder. Die Zentrale meldet das an die Modellbahnsteuerung. Die Modellbahnsteuerung kann die Meldung der Weiche zuordnen, weil sie soeben versucht hat, sie zu stellen.

digital-bahn: Hier gibt es einen Magnet/S88 Kombidecoder. Jedem Weichen-Ausgang ist ein Rückmelder zugeordnet. Damit kann die Lage einer Weiche erfasst werden, auch wenn sie von Hand umgelegt wurde. Beim Start der Modellbahnsteuerung können die Stellungen aller Weichen abgefragt und angezeigt werden. Die Herstellung der Übereinstimmung von Weichen und Daten zu Beginn einer Sitzung durch hin- und herschalten könnte entfallen.

Viessmann 5280: Dieser Decoder nutzt RailCom, um die Stellung von Weichen mit Endlagenabschaltung rückzumelden. Voraussetzung ist, dass nicht nur die Decoder, sondern auch die Zentrale und die Booster RailCom-fähig sind.

Die einfache Lösung

Voraussetzung für eine einfache Lösung ist ein eigener Booster für die Weichen oder eine Fremdeinspeisung für die Weichendekoder. Die Fremdeinspeisung darf mit Gleich- oder Wechselstrom erfolgen.
Es kommt eine kleine Schaltung (nur 1 Exemplar für die ganze Anlage) zum Einsatz, die den Weichenstrom zentral misst, nämlich direkt an der Versorgung des Boosters oder der Fremdeinspeisung.
Die Zentrale fragt den Strom mehrmals ab, so dass die Modellbahnsteuerung erkennen kann, ob überhaupt ein Strom fließt und ob er, im Falle einer Endabschaltung des Weichenantriebs, auch wieder abgeschaltet wird.
Auf diese Weise wird je nach Typ des Weichenantriebs zuverlässig erkannt, ob eine Weiche überhaupt angeschlossen ist, ob ein Endabschaltkontakt defekt ist oder der Antrieb mechanisch klemmt.
Es können ganz normale Decoder (wie z.B. k83) verwendet werden.

Weichenrückmelderschaltung

Es gibt zwei Versionen, eine für Gleichstrom, die in eine Gleichstrom-Fremdeinspeisung eingefügt wird und eine für Wechselstrom, die in eine Trafo-Fremdeinspeisung oder Trafo-Boosterversorgung eingefügt wird.

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